"Nummer gegen Kummer" zum Anstieg der Beratungsanfragen

"Nummer gegen Kummer" zum Anstieg der Beratungsanfragen

Wuppertal, 27.05.2020. Seit 40 Jahren bieten die kostenlosen, anonymen Beratungsangebote der „Nummer gegen Kummer“ ein offenes Ohr für alle, die emotionale Entlastung brauchen und Unterstützung suchen. 40 Jahre, in denen rund 4,7 Millionen Beratungen am Kinder- und Jugendtelefon, am Elterntelefon und in der Online-Beratung stattgefunden haben. Gestemmt wird das bundesweit größte ehrenamtlich getragene und verbandsübergreifende Beratungsnetz für Heranwachsende und Eltern in Deutschland von aktuell über 3.000 qualifizierten ehrenamtliche Berater*innen.

Das Beratungsangebot ist in Zeiten von Corona besonders gefragt - die Anfragen an allen Angeboten steigen stetig, wie die folgende Tabelle zeigt:

Aus diesem Grund hat die „Nummer gegen Kummer“ ihre Beratungszeiten für Kinder, Jugendliche und Eltern am Telefon und im Online-Chat erweitert.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Die Nachfrage nach Angeboten der ‚Nummer gegen Kummer‘ zeigt deutlich: Die Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern sind notwendiger denn je. Gerade in der Corona-Krise, in der persönliche Kontakte eingeschränkt sind und die Beratung vor Ort entfällt, sind diese Angebote für Kinder und ihre Familien enorm wichtig. Deshalb haben wir zu Beginn der Krise unverzüglich reagiert und die Förderung der ‚Nummer gegen Kummer‘ in diesem Jahr erhöht. Damit konnten die Beratungszeiten am Telefon und im Chat ausgeweitet werden, für Kinder und Jugendliche zum Beispiel an weiteren Vormittagen oder für Eltern an zusätzlichen späten Nachmittagen. Dadurch steht die ‚Nummer gegen Kummer‘ jungen Menschen und Eltern in diesen herausfordernden Zeiten ganz besonders mit Rat und Unterstützung zur Seite: Bei Kindern reicht der Beratungsbedarf von Langeweile bis zu Konflikten oder sogar Gewalterfahrungen in der Familie. Eltern suchen Hilfe, wenn sie verunsichert oder überfordert sind oder Wege finden wollen, um Konflikte zu Hause zu lösen. Wenn nötig, öffnen die vielen ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater, die sich heute mehr denn je engagieren, Türen zu weiteren Angeboten der Hilfe und der Unterstützung. Ihnen gilt wie all den anderen Bürgerinnen und Bürgern, die gerade in der Corona-Krise anderen Menschen helfen, mein Dank.“

Aber auch 2019 gab es einen erhöhten Bedarf an Beratungen im Vergleich zu 2018. Die Zahl der Beratungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 35%; Rund 120.500 Ratsuchende ließen sich am Telefon oder Online beraten.

„Ein leicht zugängliches, anonymes Beratungsangebot ist gerade bei solchen Themen wichtig, die besonders unangenehm oder schambesetzt sind. Die Hürde, sich bei solchen Themen Personen aus dem nahen Umfeld anzuvertrauen, ist groß.“, so Rainer Schütz, Geschäftsführer der Nummer gegen Kummer e.V. 2019 drehten sich Beratungen bei Kindern- und Jugendlichen insbesondere um psychosoziale Themen und Gesundheit sowie Probleme in der Familie. Am Telefon suchten sie außerdem Rat rund um das Thema „Sexualität“, in der Online-Beratung ging es zudem häufig um Sucht und selbstgefährdendes Verhalten. Am Elterntelefon war Unterstützung gefragt bei eigenen Problemen wie Überforderung im Alltag, aber auch bei Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen Personen oder Behörden. Ein relevantes Thema war außerdem das Thema „Erziehung“ oder Fragen rund um das Thema Familie.

Das Fact Sheet mit allen wichtigen Zahlen aus 2019 finden Sie hier.
Die vollständige Jahresstatistik 2019 finden Sie unter www.nummergegenkummer.de/presse.html

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