Corona und die aktuelle Situation bei "Nummer gegen Kummer"

"Nummer gegen Kummer" zur aktuellen Situation an den Beratungsangeboten

Wuppertal, 28.04.2020. Die Einschränkungen und Veränderungen infolge der Corona-Pandemie stellen viele Familien zunehmend vor große Herausforderungen. Die Schließung von Kitas, Schulen und öffentlichen Freizeitangeboten bedeuten für viele auch ein Verlust von strukturierten Tagesabläufen, Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten und der sozialen Kontakte – dabei haben gerade Heranwachsende entwicklungsbedingt ein großes Bedürfnis nach Orientierung, Struktur, Bewegung und persönlichem Austausch. Der Verlust bzw. die Einschränkungen gepaart mit einem meist beengten Aktionsradius können leicht zu familiären Konflikten führen. Unseren leicht erreichbaren, anonymen und kostenlosen Beratungsangeboten kommt in der aktuellen Situation eine sehr große Bedeutung zu. Gerade jetzt können sie dazu beitragen, durch Zuhören und Verständnis Überlastungen abzubauen und Isolation aufzulösen.

Bereits im März 2020 wurde ein deutlicher Anstieg an den Telefonen und in der Online-Beratung der "Nummer gegen Kummer" verzeichnet. So fanden beim Elterntelefon 22% mehr Beratungen statt als im Vormonat. Bei der Chat-Beratung für Kinder und Jugendliche lag der Anstieg an Anfragen bei 26%. „Viele Familien sind jetzt besonders gefordert und sollten jegliche Unterstützung bekommen und annehmen.“, so Rainer Schütz, Geschäftsführer von Nummer gegen Kummer e.V. „Wir haben gemeinsam mit unseren Mitgliedern die Beratungszeiten deutlich erweitert, um den Familien in Deutschland – Eltern, Kindern und Jugendlichen – in der aktuellen Situation noch mehr Unterstützung und Entlastung zu bieten.“

Das Elterntelefon ist nun montags bis freitags durchgehend von 9-17 Uhr, dienstags und donnerstags sogar bis 19 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 111 0 550 zu erreichen. Das Kinder- und Jugendtelefon berät unter der Telefonnummer 116 111 montags bis samstags von 14-20 Uhr und zusätzlich montags, mittwochs und donnerstags von 10-12 Uhr. In der Online-Beratung ist der Chat aktuell dienstags und freitags von 10-12 Uhr und mittwochs und donnerstags von 15-17 Uhr offen; die em@il-Beratung ist weiterhin rund um die Uhr erreichbar.

Die aktuellen Erhebungen der „Nummer gegen Kummer“ zeigen, dass die Erweiterung der Zeiten ein richtiger Schritt war:

Und: Die Corona-Krise beschäftigt Kinder, Jugendliche und auch Eltern zunehmend. So sprechen junge Ratsuchende vermehrt über Zukunftsängsten, Einsamkeit und Konflikten in der Familie und Eltern thematisieren die Betreuungssituation der Kinder, Konflikte in der Familie sowie Gefühle der Verunsicherung und Überforderung. Auch das Thema "Gewalt und Missbrauch" wurden im Jahr 2019 in mehr als 2.600 Gesprächen am Elterntelefon und rund 10.500 Gesprächen am Kinder- und Jugendtelefon angesprochen. Ein deutlicher Anstieg von Beratungen zur häuslichen Gewalt an den Angeboten der „Nummer gegen Kummer“ ist aber aktuell nicht zu verzeichnen.

„Aktuell sind über 3.000 qualifizierte ehrenamtliche Berater*innen für die "Nummer gegen Kummer" bundesweit in Schichtdiensten im Einsatz!“, betont Rainer Schütz stolz. „Damit verfügt die „Nummer gegen Kummer“ über das bundesweit größte ehrenamtlich getragene und verbandsübergreifende Beratungsnetz für Heranwachsende und Eltern in Deutschland.“

Deutschlands größtes telefonisches Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern feiert in diesem Jahr sein vierzigjähriges Bestehen.

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